Mit dem Boot durch die Kong Lor Cave

Mit dem Boot durch die Kong Lor Cave.

 

—- Kong Lor Cave, Vieng Kham, Ban Nahin —-

In meiner „schnuckeligen“ Fernfahrerunterkunft hab ich mich gestern gar nicht erst ausgezogen und ausgepackt wurde auch nichts. Da angesichts des Designerbades die morgendliche Schönheitspflege entfällt, bin ich im Gegensatz zu gestern schon sehr früh auf dem Weg zur Kong Lor Cave.

Als ich die Türe öffne, herrscht schon ziemlich Betrieb. Die Mannschaft von drei Kleinlastern, alle mit Matratzen beladen, haben ebenfalls hier übernachtet. Wenn ich mir die Gesellen so betrachte, weiß ich auch, warum die Zimmer so aussehen.

Ein Waschbecken wird oft überschätzt
Mein Beitrag zu “ Schöner Wohnen“ in Laos

Ein kleiner Hinweis. Auf den Fotos ist noch das Wasserzeichen meiner alten Web-Seite hinterlegt. Im Rahmen der Neugestaltung hab ich die Bilder ohne Änderung übernommern.

Der Thakhet-Loop oder Khammouane-Loop

Das Abenteuer Thaket-Loop oder auch Khammouane-Loopbeginnt.  Es geht wieder durch eine schöne Landschaft und die Berge sind, bis auf einen, moderat. Die Gegend ist dünn besiedelt und die Landbevölkerung nicht mit Reichtum gesegnet. Sprich: bettelarm. Trotzdem gibt’s wieder,  aus unzähligen Kindermündern, ein fröhliches Sawadee. Ich hab mich nicht verhört, hier im Süden heißt das Sawadee jetzt Sabaidy oder Sabaidee. Das „w“ ist einem „b“ gewichen.

Ich wiederhole mich……….In Laos heißt Voll, wirklich Voll
Die neueste Lieferung von Amazon
Freiluftküche mit Sat-Empfang
Tankstelle in Laos
Glückliche Schweine am Wegrand
Das ganze Dorf ist ein Spielplatz.
Mit dem Traktor zur Feldarbeit

Wunderbares Panorama

Ganz oben auf dem Berg ist ein imposanter Aussichtspunkt. Dort komme ich mit einem französischen Paar, das seit zwei Jahren mit ihrem Wohnmobil unterwegs ist, ins Gespräch.

Bizarre Bergwelt

Mann (Frau) spricht deutsch

Gleich danach geht’s ziemlich steil und lange den Berg runter. Vor mir fährt einer dieser betagten LKW`s mit 10 km/h, den ich wegen der unübersichtlichen Kurven nicht überholen kann. Als zwei Mädchen ihrem Moped am Straßenrand stehen, gebe ich ihm etwas Vorsprung und frage die beiden, ob ich helfen kann. Sie kommen aus Deutschland und Kanada und suchen anhand einer schemenhaften Skizze, die sie vom Mopedverleiher bekommen haben, den Aussichtspunkt, an dem ich gerade noch war. Ich kann sie beruhigen und erklär ihnen, dass sie noch nichts verpasst haben. Es werden gegenseitig noch ein paar Tipps ausgetauscht, dann geht’s weiter.

Kleine Hindernisse
Augen zu und durch…….

 

An dem steilen Berg musste wieder mal ein untermotorisierter Laster den Motor kühlen. Damit er nicht rückwärts läuft, werden Felsbrocken unterlegt. Die räumt aber niemand weg

Der lange Weg zur Kong Lor Cave

Eigentlich war die erste Übernachtung in Ban Nahin geplant und von dort dann am nächsten Tag zur Kong Lor Cavezu strampeln. Ich bin aber früh dran und fühle mich noch fit, sodass ich die restlichen 40 km, gleich noch dranhänge.

Die Strecke ist im Gegensatz zum Beginn der heutigen Etappe sehr eintönig. Es geht auf schnurgerader Strecke zwischen Strommasten hindurch. Erst auf den letzten 10 km vor dem Ziel wird die Landschaft mit Felsformationen rechts und links vom Weg wieder interessant. Dafür hat die Straße aber zunehmend große Schlaglöcher.

Jetzt weiß ich wo die ihre braune Farbe herhaben….

Fallgrube und die Folgen

Heute macht die Schaltung etwas Probleme, die beiden großen Gänge auf dem hinteren Ritzel lassen die Kette immer wieder mal über das Zahnrad springen. Somit kann ich auf der geraden Strecke leider nicht die volle Kraft umsetzen.

Am Ortsanfang kommt der Hinweis zu dem Guesthouse das mir die beiden Rollermädels empfohlen haben. Das ist auf einem üblen ca. 500 m langen Feldweg zu erreichen. Ich kann einem der zahlreichen Fallgruben nicht ausweichen und schwups zeigt mein Sattel nach oben. Da haben mir die beim Wechseln der Sattelstütze wohl eine Schraube nicht richtig angezogen.

Ob man hier nach dem nächsten Regen noch durchkommt?..

 

Das Resort war dann doch nicht meine Kragenweite, darum radle ich auf einem Trampelpfad durch das Dorf. Am anderen Ende sind noch mehrere Gasthäuser bei dem ich gleich im Ersten für 60.0000 Kip ein fast neues, sauber Zimmer mit gefliestem Bad bekomme.

Die Schweizer, wer sonst!

Eigentlich wollte ich mir noch einen kleinen Überblick vom Ort verschaffen und zum Eingang der Höhle radeln. Aber nach der Tour mit den 82 km verlangt der Körper dringen nach was Ess- und Trinkbarem. Zwei Häuser weiter finden dann  gebratene Nudeln mit Gemüse den Weg in die Körpermitte. Am Nachbartisch wird deutsch, bzw. schwyzerdütsch gesprochen. Nach zwei, drei Sätzen sitz ich schon bei denen am Tisch. Der Stuhl- bzw. Tischkreis besteht aus einer Schweizer Frau mittleren Alters, Ihrem Lebensgefährten aus Nepal und ein ganz junges Mädchen. Die beiden Frauen haben sich erst hier kennengelernt und kommen zufälligerweise aus der gleichen Stadt. Die beiden älteren treffe ich zufällig ein paar Tage später in Savannaketh beim Pizza essen. Ich verhocke wieder mal. Die Höhle ist unter dem Berg und wird schon nicht weglaufen. Später zieht`s mich unter die Duschen und anschließend muss ich mich noch im Reiseführer etwas einlesen.

Schwäbisch zum Ersten.

Mit Einbruch der Dunkelheit gibt es im gleichen Lokal nochmals ein Reisgericht. Der Laden ist für den Besitzer eine Goldgrube. Alle Tische sind mit Touris besetzt. Das heißt aber auch, das Essen dauert seine Zeit. Ich setze mich, die Plätze sind knapp, zu einem jungen Pärchen an den Tisch. Die Begrüßungen und Fragen erfolgen immer auf Englisch. Als der junge Mann dann seiner Freundin einen guten Appetit wünscht, ist klar, wir quatschen auf Deutsch weiter.

Die erste Frage ist natürlich: Wo kommt ihr her?

Beide meinen aus Augschburg.

Klasse meine ich, ich auch.

Ab jetzt wird schwäbisch gredt.

Sie dann: Nicht direkt.

Ich: Ich auch nicht.

Man tastet sich langsam ran.

Am Ende stellt sich dann raus, dass sie aus der Nähe von Bad Wörishofen und Donauwörth kommen und wie so viele nach dem Studium ein ganzes Jahr zum Reisen freigenommen haben.

Schwäbisch zum Zweiten

Bald darauf macht sich das Handy bemerkbar. Meine Mutter gerade zu Besuch bei meinem Bruder und er fragt an, ob wir Skypen können. In Deutschland ist es jetzt 14 Uhr bei mir 20 Uhr. Da das Netz in der Kneipe wegen Überlastung wieder mal zusammengebrochen ist, reicht es gerade noch für eine einfache App. Zurück im Gasthaus, neben dem Router am Eingang, quatschen wir ein paar Minuten, dann ist auch da Schluss mit lustig.

Wie sagt der Laote dann mit einem Lächeln im Gesicht: Wifi is not working.

Ich muss meine Reiseroute nochmals überarbeiten. Bei dem Gespräch mit den Schweizern hab ich festgestellt, dass mein 30 Tage Visum schon bald ausläuft. Ich muss irgendwo nach Thailand und wieder zurück. Hab da wohl mal zu lange gebummelt.

Weckruf ohne Gockel

Am nächsten Morgen hab ich den Dämmerungsruf vom Ortsgockel und seinen Kumpanen überhört. Das Wecken übernehmen, in dem sehr hellhörigen Haus, die Gäste, die schon sehr früh zum Bus müssen. Der fährt angeblich nur jeden zweiten Tag. Gut, dass ich mit meinem RR unabhängig bin. Rein aus Mitgefühl krieche ich auch schon um 7.00 aus den Federn.

Höhlenfahrt oder Höllenfahrt

Nach einem Frühstück mit pechschwarzem Kaffeelao geht’s zur Höhle. Ich lass wieder alles, was nicht nass werden darf,  im Zimmer. Fotos mach ich mit der Aktioncam und dem Handy. Beides ist wasserdicht. Außerdem ist eine Stirnlampe sehr nützlich.

Bevor es in das dunkle Loch geht, müssen natürlich wieder mal ein paar Scheine den Besitzer wechseln. In ein Boot passen bis zu drei Personen. Ich hab das zu spät überrissen, dass man hier per Boot und nicht pro Person zahlt. Nach mir kommt ein Pärchen. Gemeinsam hätten wir die Kosten dritteln können.

Der Weg zur Höhle
Höhleneingang

In der Kong Lor Cave (Höhle)

Die Kong Lor Cave war schon zu Hause eine der Sehenswürdigkeit auf meiner Löffelliste. Die wollte ich unbedingt in die Tour integrieren. Jetzt steh ich davor und mein Kapitän muss erst mal Wasser aus dem Boot schippen. Kein vertrauenerweckender Anfang. Mir gehen spontan die Bilder von „Titanic“ durch den Kopf. Nur dass ich, im Falle eines Falles, ohne Kate Winslet in Gras, bzw. ins Wasser beißen muss.

Die Fahrt ist wirklich beeindruckend. Nur mit der Stirnlampe ausgestattet sucht der Bootsführer in der stockdunklen Höhle nach Markierungspunkten, anhand derer er das Boot durch das unterirdische Labyrinth führt. Um die Größe der Höhle zu erfassen, schalte ich hin und wieder meine Stirnlampe ein. Obwohl sie nicht schwach ist, kann ich die Höhlendecke oft nicht mal erahnen. Allerdings ist es in der stockdunklen Höhle ohne Lampe viel interessanter. Im ersten Drittel muss man aussteigen und durch eine beleuchtete Tropfsteinhöhle laufen, um dann am anderen Ende wieder in das Boot zu waten. Noch zweimal ist Wassertreten angesagt, denn das Boot muss wegen des niedrigen Wasserstandes über einen kleinen Absatz gezogen. Mithilfe ist erlaubt, aber nicht zwingend notwendig.

Nasser Hintern

Neben einer Stirnlampe sind Flipflops sinnvoll, da man beim Einsteigen im knöcheltiefen Wasser steht. Außerdem wird dabei der Hintern nass. Das trocknet aber in kürzester Zeit wieder. Ich hätte meine große Kamera in einer Plastiktüte oder einem wasserdichten Packsack jederzeit mitnehmen können. Aber egal, die Eigenheit einer Höhle ist nun mal die Dunkelheit und in der ist bekanntlich die teuerste Kamera aufgeschmissen. Der Fluss scheint auch nicht wirklich tief zu sein, sodass sich der Gedanke an eine schmachtende Kate Winslet bald verflüchtigt.

Am Eingang zur Kong Lor Cave
Tropfsteine in der Kong Lor Cave
Blick nach vorne. Der Gesundheitsstuhl unseres Kapitäns.

Licht am Ende des Tunnels

Ich habe leider nicht auf die Uhr geschaut und somit kein Zeitgefühl, wie lange die Höhlenfahrt gedauert hat. Im Reiseführer steht was von 3 Stunden, hin du zurück. Mir ist es viel kürzer vorgekommen. Aber das ist immer so, wenn was interessant ist, verliert man jegliches Zeitgefühl. Am Ende der Höhle sind ein paar Verkaufsstände und Imbissbuden, die um diese Zeit noch nicht den großen Reibach machen. Von hier geht übrigens auch ein Weg in Richtung Stausee weiter. Mit etwas Verhandlungsgeschick hätte ich mein Faltrad im Boot verstauen und von hier weiter fahren können. Das hätte mir einigen Ärger mit dem Taxifahrer und dem Wind erspart.

Wieder Tageslicht
Doris und Rita waren sechs Wochen mit dem Rad in Laos unterwegs

Laotisches Design

Ich bin ungefähr um 12 Uhr zurück, packe meine Sachen und bezahle das Zimmer. Beim Aufsteigen merke ich, dass mein Sattel immer noch zum Himmel zeigt. Die neue laotische Sattelstütze, vor zwei Tagen gekauft, ist mitteleuropäische Ärsche nicht gewohnt. Sie hat sich an den Mitteleuropäischen Hintern angepasst und stromlinienförmig nach hinten verbogen.

Verbogene Sattelstütze

 

Während ich den Sattel einstelle, sortiert die Guesthouse-Besitzerin die in der Nacht gefangen Käfer aus und bereitet einen laotischen Snack vor. Was dem einen seine Chips, sind dem Laoten die Käfer. Sollen auf jeden Fall nahrhafter sein.

Laos ist international

Nach 44 Km bin ich wieder in Ban Nahin. Als ich den Ort nach einem Gasthaus absuchen, falle ich einem Europäer in einem Geländewagen auf. Er hält kurz an und fragt, wo ich herkomme. Er ist Norweger ca. 50 Jahre alt, spricht gutes Deutsch und arbeitet hier. Nach ein paar Worten geht jeder seinen Weg. Im Inthapanya GH werde ich dann betttechnisch fündig. Das Zimmer ist sauber und die Betreiber sehr bemüht. Das dazugehörende Restaurant ist weit über laotischem Standard. An einem Tisch sitzen vier junge Leute, die mich gleich zu sich an den Tisch holen. Die beiden Mädchen sind aus Israel und aus den USA, die Kerle aus Norwegen und Spanien. Sie sind mit dem Moped auf dem Weg zur Höhle und dankbar für meine Tipps. Ich beneide die Jungen um ihre Sprachkenntnisse. Hier gibt’s keine Barrieren. Ich rechne ihnen hoch an, dass sie auch aus mir, der ich locker ihr Vater sein könnte, ein paar Worte herauslocken. Wenn die Worte fehlen, muss der Google-Übersetzter herhalten. Wenn sie dann aber untereinander quatschen, ist bei mir Schicht im Schacht. Meine Gnade der frühen Geburt und der gesicherten Rente hat hier leider einen entscheidenden Nachteil.

Damit hab ich meine dürftigen Sprachkenntnisse bei Schweizer, Norweger, Spanier, Kanadier, Nepalesen, Amerikaner, Israeli und in den nächsten Tagen noch bei zwei Malaien, Belgier, Holländer, Schweden und Österreicher ausprobiert. Ratet mal, mit wem ich die wenigsten Probleme hatte?

Keine Altersbeschränkung und Sprachbarrieren

Nach dem Essen ist wieder mal Waschtag. Zuerst der staubige Bruder selber, dann die Klamotten. Als ich sie vor dem Zimmer über dem Fahrrad zum Trocknen aufhänge, kommen wieder zwei Mopedfahrer. Es sind Richard und Christian. Sie haben, wie so viele hier, in Vietnam ein Moped gekauft und fahren damit, von Bus und Minivan unabhängig, durchs Land. Die Mopeds lassen sich in Laos dann wieder ganz gut verkaufen. Mit dem Moped kann man sehr günstig durch Laos, Kambodscha und Vietnam fahren. Nur in Thailand kommst du damit nicht rein. Angeblich wollen sie verhindern, dass die billigen und minderwertigen Mopeds ins Land kommen. Eigentlich wollte ich am Nachmittag am Blog arbeiten. Aber wie schon so oft quatscht mir jemand auf Deutsch dazwischen.

Später beim Abendessen kommt noch Melanie dazu. Es entwickelt sich mit den jungen Menschen ein tolles Gespräch über Gott und die Welt. Das Schöne an dieser Art zu Reisen ist, dass es keine Altersbeschränkung und Sprachbarrieren gibt. Ich hatte nie das Gefühl, ich bin zu alt oder fehl am Platz. Im Gegenteil, oft hab ich gemerkt, dass ich aufgrund meines Alters die Neugierde der jungen Leute geweckt habe. In Laos ist man, selbst mit wenig Englischkenntnissen, selten allein.

Kurz nach dem Essen blinkt das Handy und meine Frau versucht mich per zu Skyp zu erreichen. Leider wird heute das WLAN wieder mal mit laotischem Riemenantrieb betrieben und ist so langsam dass, unser Gespräch über ein Hallo nicht hinausgeht.

Gegen 21.00 wird der Gesprächsstoff weniger und die Augen schwerer.

Gute Nacht.

Der weitere Reiseverlauf

Hier die Route auf Komoot

40 Rad: Laos – Kong Klor Cave – Ban Nahin – https://www.komoot.de/tour/1409485199

39 Rad: Laos – Vieng Kham – Kong Klor Cave (Höhle) – https://www.komoot.de/tour/1409484412

Route Zusammenfassung

Werbung

Alle auf dieser Seite genannten Produkte, Hotels, Veranstalter usw. wurden von mir selber bezahlt. Ich habe keine Vergünstigung erhalten.  Sollte es Produkte geben, für die ich eine Provision bekomme, sind die mit einem Werbehinweis versehen.

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