Apfelkuchen, Oldtimer und die Düne 45

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Apfelkuchen, Oldtimer und die Düne 45

Rostock Ritz – Solitare – Sesriem Campsite – Sossuvlei – Düne 45

Km: 232

Heute geht’s zum nächsten Höhepunkt der Reise. Neben Etosha sind die Dünen im Sossusvlei das Highlight aller Namibiareisenden.

Nach einem traumhaften Sonnenaufgang vom Balkon gibt’s ein reichhaltiges Frühstücksbüfett, das keine Wünsche offen lässt. Wir haben heute von unserer Unterkunft bis zum Campingplatz Sesriem mit ca. 180 km eine der kürzesten Strecken vor uns und lassen uns alle Zeit der Welt. Am Pool müssen die alten Deppen, wie früher, noch ein Blödelfoto knipsen. Gott sei Dank muss ich mir diese Blödelei nur mit einem Auge ansehen. Manchmal hat so ein blinder Maulwurf auch seine Vorteile. 😜

 

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Frühstück im Ritz

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Alte Deppen  yell tongue-out

Oldtimer in Solitaire

Das nächste Ziel ist das 50 km entfernte Solitaire mit dem bekanntesten Apfelkuchen Namibias. Es ist verdammt heiß und hier ist die Hölle los. Na ja, so schlimm ist es gar nicht, wir sind nur solche Menschenmassen nicht mehr gewohnt.

Solitaire ist der erste Rastplatz seit Walvish Bay. Außer einer Kirche, Tanke, Bäckerei, Restaurant und einer Lodge gibt’s hier nichts. Jeder, der nach Sossusvlei fährt, kommt hier vorbei und ist froh, nach 235 km Wüste und Sand endlich wieder Leben zu spüren.

Die abgestellten Oldtimer sind für Fotografen tolle Objekte und eine Abwechslung zum Wüstensand. Ich bekomme zudem noch ein Erdmännchen vor die Linse.

 

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Solitaire – das Oldtimerherz schlägt höher

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Erdmännchen

Der berühmte Apple Pie von Solitaire

Der Höhepunkt von Solitaire soll aber der berühmte Apfelkuchen sein, der nach einem einmaligen Rezept nur hier zu bekommen ist. Wie die Schwarzwälder Kirschtorte in Swakopmund müssen wir natürlich auch den Apfelkuchen gleich probieren. 🍰 Ich sag’s mal so: Der Hunger treibt’s rein. 😖 Wer mitten in der Wüste Apfelkuchen bestellt, muss sich nicht wundern, wenn er genauso so trocken und sandig rüberkommt wie die Umgebung. Aber nachdem er in jedem Reiseführer erwähnt wird, ist es eigentlich Pflicht, den Kuchen zu essen. Zum Probieren hätte einer für uns vier auch gereicht. Neben der Tankstelle ist noch ein zweites Restaurant, das menschenleer ist. Alle sitzen sie beim staubtrockenen Apple Pie. Da sieht man, was die Werbung in den Reiseführern ausmacht. 🙈

 

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Liebevoll serviert im Styro-Becher

Sesriem Camping

Nach gut einer Stunde Trubel verziehen wir uns wieder in unseren – „Nichts ist unmöglich – Toyoooota“ zurück. 🚙 Nach 88 km, die zum Teil wieder asphaltiert und entspannt zu fahren sind, biegen wir ab zur Campsite.

Die Anmeldung ist etwas unübersichtlich. Ein Angestellter mit unverständlichem Englisch bewacht die Zufahrt und will die Stellplatznummer wissen. Haben wir keine, da wir uns eigentlich hier am Campingplatz anmelden wollen. Falsch, wir werden wieder mal um die Ecke gebracht 🔫 bzw. geschickt. Dort befindet sich das Büro des Nationalparks für die Permits. Dass hier auch noch der Campingplatz verwaltet wird, hätten wir aus dem Wüstensand lesen müssen. (Deine Spuren im Sand – Howie lässt grüßen.) Nach längerem Durchfragen bekommen wir unseren reservierten Platz und wenn wir schon hier sind, gleich für zwei Tage die Permits für den Park.

Die Zufahrt zu den einzelnen Plätzen ist sehr sandig, ein Camper hängt schon fest. Unser Stellplatz in einem Rondell aus Steinen mit einem riesigen Baum ist sehr geräumig. Er hat Stromanschluss, einen Grillplatz und Licht.

 

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Stellplatz im Sesriem Campsite

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Sesriem Campsite

Unsere Erwartungshaltungen sind aufgrund der bisherigen Stellplätze, die immer eine private Toilette und Nasszelle hatten und meist um ein Drittel günstiger waren, sehr hoch. Wir sind wieder auf einem staatlichen Stellplatz, dem teuersten der ganzen Reise. Leider steht die Qualität wie schon im Etosha in keinem Verhältnis zum Preis. Die gemeinsamen Sanitärgebäude sind sehr klein und auch nicht besonders sauber. Ein kleiner Pool gehört auch noch zur Anlage. Er wirkt nicht besonders einladend. Der wird gerade von ein paar Jugendlichen mit entsprechender Partystimmung belagert. Uns egal, wir sind nicht zum Schwimmen hier. Wir nehmen den Platz in Beschlag, stellen den Tisch und die Stühle auf und wollen sofort in den Park.

Wir haben den Platz bewusst gewählt, da man hier am Morgen eine Stunde früher in den Park zu den Dünen fahren darf. Am Abend kann man bis zum Sonnenuntergang im Park bleiben. Tagesbesucher von außerhalb dürfen nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in den Park und müssen bei Überziehen Strafe zahlen. Dafür ist der Platz doppelt so teuer wie außerhalb. Wer kann, der kann, oder: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. In der Hochsaison ist hier alles restlos ausgebucht. Laut Berichten im Netz werden an manchen Tagen die einzelnen Stellplätze doppelt belegt und trotzdem stehen die Camper noch auf der Straße.

Düne 45

Wir sind gespannt auf die Dünen und fahren auf der Asphaltstraße einfach drauflos in Richtung Deadvlei. Auf der ganzen Strecke gilt im Übrigen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Auf der meist schurgeraden Straße die einzige Herausforderung die nicht zu überschreiten. Angeblich wird hier auch regelmäßig geblitzt und abkassiert. Nur wo man an dieser Strecke ohne Baum und Strauch einen unauffälligen Blitzer aufstellen kann, bleibt ein Rätsel.

Die Lichtstimmung jetzt am späten Nachmittag ist genial. Der Schatten und die Farben der Dünen sind einzigartig. Sie wechseln von sattem Rot über Orange in verschiedene Gelbtöne. Ständig blickt man abwechselnd nach links und nach rechts. Auf jeder Straßenseite ein anderer Eindruck und andere Farben. So toll die Fotos auf Papier, Kalender oder dem Bildschirm auch erscheinen, sie können nur annähernd die tatsächliche Faszination wiedergeben.

 

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Mit 60 km/h in die Kurve

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Zufahrt zur Düne 45

Die Düne 45, den Namen verdankt sie, sehr logisch, der Entfernung zum Eingang in 45 km Entfernung. Sie ist ohne Probleme auf einer asphaltierten Straße auch mit normalem Pkw zu erreichen. Lange Zeit diente sie als Bildschirmschoner auf vielen Microsoft-Computern und wurde so zum meistgesehenen Foto der Welt.

 

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Lichtstimmung

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Mit heißem Sand in den Schuhen

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Abwärts gehts schneller

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Wunderbare Aussicht

Wir parken vor der Düne 45 und steigen sie ein paar Meter hoch. Der Sand ist so heiß, dass er Probleme bereitet, wenn er in die Schuhe fällt. Außerdem ist er sehr lose, sodass man bei jedem Schritt nach vorne einen halben zurückrutscht. Ich laufe ein paar Meter hoch, um ein Foto von oben zu schießen, und gehe dann zurück zu Isolde die unten im Schatten auf einer Bank wartet. Tschufs gehen bis zum Gipfel. Zumindest zu dem, den man von unten sieht. Von vorne sieht es so aus, als ob das nur ein paar Meter wären. In Wirklichkeit geht es von dort auf dem Kamm immer noch fast 30 Minuten leicht bergauf bis zum höchsten Punkt.

Bevor wir wieder ins Auto steigen, müssen noch die Schuhe ausgeleert werden. Mit dem Sand in den Tretern von Größe 38–44 könnten wir zu Hause einen kompletten Sandkasten für unseren Enkel füllen.

Mit gigantischen Eindrücken fahren wir bei Dämmerung die 45 km zurück und bereiten im Schein der Taschenlampe das Abendessen vor.

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Abendessen bei Sonnenuntergang

Hier die Route auf Komoot

https://www.komoot.com/de-de/tour/1555347086

 Ich hab die Route auf Komoot aufgezeichnet, da auf GoogleMaps oft nicht alle Straßen, besonders die kleinen Nebenwege, dargestellt werden. Die Entfernungsangaben sind ziemlich realistisch. Da Komoot eine Wander- und Fahrrad-App ist, stimmen die Fahrzeiten nicht mit einem Auto überein.

 

Hier könnt ihr eure Urlaubserrinnerungen nach Hause holen. Bei Amazon* hab ich ein paar tolle Kalender im Angebot.

 

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1 Kommentar

  1. …..genial und einzigartig!!!
    Die Landschaft und die Schilderung, danke Herbi

    Antworten

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