Chinatown, eine Bootsfahrt und endlich in der Khaosan Road.

Chinatown, eine Bootsfahrt und endlich in der Khaosan Road.

 

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Unser Tagesplan heute sieht nochmals einen Besuch in Chinatown vor. Ich habe bei der gestrigen Fahrradtour zu wenig Zeit für vernünftige Fotos gehabt. Anschließend wollen wir noch ein paar Eindrücke vom benachbarten indischen Viertel bekommen. Der krönende Abschluss soll dann ein Besuch in einer Rooftop-Bar sein.

Diesesmal darf es am Hauptbahnhof ein Tuk-Tuk sein. Weil wir den Preis von 100 Bath auf 80 Bath heruntergehandelt haben, dürfen wir in ein Gefährt in der zweiten Reihen einsteigen. Das ist dann so niedrig, dass wir fast im Liegen transportiert wurden.

Was auffällt, ist, dass die ganzen Tuk-Tuks auf der rechten Seite in der Zwischenzeit ein Gitter oder im Netz haben. Entweder sind durch das Hinaushängen zur Verkehrsseite zu viele Unfälle passiert oder es ist ein Schutz vor Diebstahl durch vorbeifahrende Motorräder.

Chinatown

Wir sind nochmals Chinatown gelandet und gespannt, wie es dort an einem Werktag zugeht. Unwahrscheinlich, wie viele Menschen sich hier durch die schmalen Gassen bewegen. Aber noch unbegreiflicher, wie hier die Waren geliefert werden. Durch die unglaubliche Dichte der Menschen schieben sich Mopedfahrer mit riesigen Gepäckständern und Lieferanten mit überdimensionierten Sackkarren. Ein Traumjob schaut anders aus. Leider finden wir die kleinen ursprünglichen Gassen von gestern ohne Führung nicht mehr.

Die Zulieferer haben bestimmt keinen Spaß

Keinen Cappuccino

Nach einer Stunde schieben und geschoben werden brauchen wir in einem Restaurant endlich eine kleine Pause. Der Kellner entschuldigt sich tausendmal, dass er uns nur einen Black Coffee, aber leider keinen Cappuccino anbieten kann. Er gibt uns auch gleich noch einen Tipp dass es ca. 100 Meter weiter einen guten Cappu gibt. Das genügt ihm aber nicht. Als wir das Lokal verlassen, folgt er uns und begleitet uns zu der kleinen Bäckerei mit Cappuccino. Hier stelle ich wieder mal einen Vergleich zu Deutschland an??? (Wenn`s dir bei uns it g`fällt dann gugg doch, wo du was anders zum Saufa grieagst)

Im Indischen Viertel sind die Schneider zu Hause

Little India und Flowermarket

Der anschließende Abstecher ins indische Viertel ist nicht ganz so aufregend, aber auch interessant. Irgendwann landen wir wieder an der Bootsanlegestelle am Flowermarkt. Es ist schon beachtlich, wie sich auch hier die Gegend und die Gebäude verändert haben. Als wir 1999 erstmals hier waren, bestanden die Bootanleger und angrenzenden Gebäude nur aus Holz- und Wellblechhütten. Davon ist inzwischen nichts mehr vorhanden. Überall kleine Shops, Cafés und Restaurants. Gerade recht für eine kleine Verschnaufpause.  Bei einem kalten Bier verfolgen wir das wuselige Treiben auf dem Fluss.

Das Kleine ……
….muss ganz schön schleppen

Khaosan Road

Wir sind jetzt schon das sechste Mal in Bangkok und waren noch nie in der berühmt-berüchtigten Khaosan Road. Mit dem Linienboot auf dem Chao Phraya ist sie nur ein paar Haltestellen entfernt. Also auf geht’s. Schauen wir uns den thailändischen Backpackerhimmel mal genauer an: Der Fahrpreis für das Linienboot beträgt, egal wie weit man fährt, immer 14 Bath (ca. 35Cent) und ist damit das billigste und außerdem das einzige Fortbewegungsmittel in BKK, das nicht im Stau steht.

Gegen 17:00 Uhr sind wir dann endlich in der Khaosan Road und stellen fest, dass wir wirklich nichts versäumt hätten, wären wir nicht hier hergekommen. Die Straße selber ist inzwischen eine reine Fußgängerzone und genau kommerziell wie die auf Hochglanz getrimmten Sehenswürdigkeiten im restlichen Bangkok.

Billiger Schund

Wir treiben den Altersdurchschnitt gleich mal kräftig in die Höhe. In der Regel bewegt man sich zwischen 18 und 25 Jahren auf dieser (Billig-)Flaniermeile. Die angebotenen Waren unterscheiden sich in nichts von den übrigen Billigangeboten in allen den anderen Straßen und sind viel zu teuer. Nicht nur die Preise, auch die Dichte der Tattoostudios liegt über dem Durchschnitt. Gefühlt jeder dritte Schuppen besteht aus einem dieser Hautschnitzerläden, die übrigen 2/3 teilen sich billige Klamottenläden und Fresstempel mit lauter Musik. Wegen der zahlreichen Hautschnitzer ist auch gefühlt jeder, der noch keine 40 Jahre Lebenserfahrung vorweisen kann, auf einem oder mehreren Körperteilen mit diversen, oft nur hässlichen Farbenklecksen verschandelt. Scheinbar ist es billig, da treten Geschmack und Ästhetik schnell in den Hintergrund. Hauptsache Farben in die Haut gestochen. Das wir uns nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen ein schönes Tattoo. Nur „schön“ kommt hier hald fast nicht vor.

Wir haben Hunger und bekommen im Khaosan Beergarden das schlechteste Red- und Massaman Curry dazu die kleinsten Portionen zum teuersten Preis der ganzen 3 Monate, die ich jetzt unterwegs bin.

Backpacker`s Traum?

Allerdings ist es die Kontaktbörse aller Backpacker. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, Routen besprochen und die nächsten billigen Unterkünfte im ganzen Land gehandelt. Meine Meinung zur Backpackerszene ist etwas gespalten. Ich hab mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Backpacker zwar Land und Leute kennenlernen (wollen), aber leider nur ihresgleichen in den vorher verabredeten Unterkünften. Das Land kennen viele nur aus dem Bus und von der Bushaltestelle zu den im Loose oder Lonely Planet vorgeschlagenen Hostels. Keiner macht sich die Mühe, auch nur 200 Meter hinter die Unterkunft zu schauen. Nein, das Gequatsche mit Gleichgesinnten ist viel wichtiger als über den Tellerrand zu schauen. Die meisten Backpacker fühlen sich als Individualtouristen und folgen doch nur den ausgetretenen Rucksackpfaden. Ich war in Laos auf Märkten und in Tempeln nur einen Steinwurf von den Hostels entfernt. Backpacker hab ich da keinen gesehen. Auch für mich als Alleinreisender ist der Kontakt mit den Touris im Hostel wichtig. Es hat mich aber nie gehindert, auch die Umgebung der Unterkünfte zu erkunden. (Backpacker unter sich)

Rückzug

Wir sind jetzt seit 11 Uhr unterwegs und haben keine Lust mehr irgendwas anzuschauen und versuchen mit dem Tuk-Tuk zum Skytrain zu kommen. Nach einer kurzen Verhandlung bekommen wir die Fahrt statt für 250 Bath für 160. Wahrscheinlich auch noch zu viel, aber in der Rushhour dauert es doch ziemlich lang. Uns war es, die nächtliche Fahrt wert. Beim Bezahlen stelle ich fest, dass ich genau noch 150 Baht im Geldbeutel habe. Ich leere dem Fahrer den ganzen Inhalt in die Hände. Er lacht und fährt weiter. Auch hier hat sich einiges geändert. Die nervigen und betrügerischen Fahrten zu einem Schneider oder zu einer Schmuckfabrik wurden uns kein einziges Mal angedreht.

Mit dem Tuk-Tuk durch die Nacht
Der tägliche (nächtliche) Wahnsinn auf Bangkoks Straßen

Keine Rooftop-Bar

Für die eingeplante Rooftopbar sind wir zu müde und nicht passend aufgebrezelt. Als Ersatz wollen wir uns noch ein Eis von Dairy Queen gönnen. Die verführerischen Eissorten, die wir in Amerika lieben gelernt haben, treiben uns deshalb nochmals in das verhasste Terminal 21. Das liegt strategisch günstig an der Haltestelle Asok, dem Kreuzungspunkt zwischen Skytrain und U-Bahn. So nehmen wir den Bahnwechsel zum Anlass, uns nochmals ins Menschengetümmel zu stürzen. Wir suchen ungefähr 20 Minuten nach dem Eisladen und finden es nicht.

Die digitalen Anzeigen in dem komplett verschachtelten Gebäude sind derart schlecht, dass man nichts findet, außerdem läuft man zufällig daran vorbei. Wir beschließen den Abend mit einem kalten Bier und Magnum aus dem Gefrierschrank von 7Eleven an unserm Pool. Es ist zwar nur die sechste Etage, aber dafür uns die private Rooftopbar ohne Menschenmassen.  –  War viel schöner.

Bangkok ist…

Irgendwie reicht es jetzt mit dem Lärm, den Menschenmassen und dem Gestank. Ich hab in einem früheren Tagebuch geschrieben: Bangkok ist laut, dreckig, stinkig und einfach genial. Dazu stehe ich auch heute noch, allerdings genügen drei Tage vollkommen.

Hier die Route auf Komoot

67 Fußmarsch Boot: Thailand – Bkk Chinatown, Little India, Khaosan Road – https://www.komoot.de/tour/1409621088

Route komplet

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Alle auf dieser Seite genannten Produkte, Hotels, Veranstalter usw. wurden von mir selber bezahlt. Ich habe keine Vergünstigung erhalten.  Sollte es Produkte geben, für die ich eine Provision bekomme, sind die mit einem Werbehinweis versehen.

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